Nach großen Erfolgen kommt bei den 89ers meistens
der Absturz - So oder so ähnlich muss man die History der 89ers inzwischen wohl beschreiben. Ein kleiner Blick zurück ins Jahr 1995
und viele der 89ers Anhänger werden wissen von was man spricht. Ein wirklich erfolgreiches Jahr, aber dann der Untergang. Damals
traf es die Herren in diesem Jahr waren es die Damen, die zur Freude und zum Einbruch der Gemüter führten. Aber alles der Reihe
nach.
Der Start in die Saison, war wie bereits in den
letzten Jahren schon praktiziert, das Trainingslager in Rimini. In diesem Jahr sollte es jedoch etwas besonders werden. Zumindest
für die Herren. Nachdem Coach Markus Ledtermann sich leider nur um ein Team kümmern kann, holte man sich von Adix Sportservice, der
inzwischen ebenfalls in Rimini ein Trainingslager für Jedermann abhielt, einen amerikanischen Coach namens Jonny Hunton. Anfangs
etwas rückhaltende, taute das Team dann aber immer mehr auf und ließ sich vom Wissen und der Erfahrung des alten Baseballhasen
immer mehr beeindrucken. Nicht so beeindruckend für die 89ers war der plötzliche Auflauf von Baseballbegeisterten in Rimini. War
man die Jahre zuvor doch eher alleine im Hotel und auf dem Trainingsplatz, brach in diesem Jahr alles etwas aus dem Ruder. Mit
insgesamt 3 kompletten Teams und einer Horde baseballbegeisterter aus ganz Deutschland, war man bei den 89ers zumindest froh ein
eigenes Haus zu haben, in dem man sich vergnügen konnte.
Mit neuem Elan und vor allem frischem Wind wollten
die Herren dann in die Bayernligasaison starten. Aber das Losglück meinte es den 89ers nicht besonders gut. Die schlimmsten
Erinnerungen waren sofort wieder in den Köpfen der alten Hasen vorhanden. Simbach, und das schon im April, da schneits doch
sicherlich wieder. Naja, gschneit hat es nicht, aber es geht mit Sicherheit nicht als das trockenste und wärmste Spiel in die 89ers
Geschichte ein. Der Saisonverlauf war dann ein ständiges auf und ab. Grandiose Spiele gewonnen, dafür andere wieder desastermäßig
verloren. Dann ein kleiner Aufschwung am Horizont. Nach einer etwas längeren Aussprache des gesamten Teams, die Gegner hatten Ihren
eigene Platz bereits verlassen, sollte es von nun an wieder etwas mehr Spaß machen, in Rosenheim Baseball zu spielen. Mit einer
tadellosen Gewinnsträhne am Ende der Saison, schafften es die Herren in diesem Jahr auf den 3. Platz der Bayernliga 99. Wie sich
später herausstellen sollte, eine Platz mit Sprungbretteffekt. Später heißt in diesem Fall Dezember 1999. Die 89ers können in die
Regionalliga nachrücken - ein kurzer Brief des DBV mit großer Wirkung. Die Entscheidung liegt allerdings nicht sehr lange in der
Hand der 89ers, denn dem sportlichen Reiz, steht die alte Platzproblematik gegenüber. Da die Lizenzkriterien mit den vorhandenen
Spielflächen nicht eingehalten werden können, müssen die 89ers leider auf den Aufstieg in die Regionalliga verzichten. Ein hartes,
aber leider früher oder später zu erwartendes Los, das den Herren auch bald in der Bayernliga zustoßen wird, kann nicht endlich
eine geeignete Fläche gefunden werden.
Neben den Herren in der Bayernliga, war in diesem
Jahr eine weitere Herrentruppe im Einsatz. Die Rookies um Trainerduo Alex Ulbricht und Andi Ulrich schlugen sich in der
Bezirksliga, mit so manchem bekannten Team. Für Ihre Verhältnisse sehr gut vorbereitet, zeigte diese Team vor allem den Herren 1
ganz deutlich, was sie am Baseballsport inzwischen größtenteils verloren hatten. Spielwitz und vor allem Spaß am Spiel. Jeder Hit
wurde euphorisch gefeiert, jeder Punkt wie der eigene Sieg. Gesiegt haben Sie natürlich auch. Allerdings die grauen Haaransätze der
beiden Coaches konnten Sie nicht verhindern, mussten die doch feststellen, Coach zu sein und von der Bank aus zusehen zu müssen,
ist gar nicht so einfach und ganz schön nervenaufreibend. Mit einem wackeren 5. Platz kann man in der ersten Saison sehr zufrieden
sein. Bleibt nur zu hoffen, das Team bleibt zusammen und hält auch in der kommenden Saison die Fahne der Rosenheimer Baseballer in
der Bezirksliga hoch.
Der eingefleischte Leser würde nun die 99ziger
Geschichte der Damen erwarten, aber die sollte man sich vielleicht für den Schluss aufheben. Daher nun der Rückblick auf unsere
Jüngsten. Der Nachwuchs der 89ers war in diesem Jahr gleich zweifach vertreten. Mit einer Jugend und einer Juniorenmannschaft
hatten die 89ers in der Saison 99 zum ersten Mal fünf Teams im Spielbetrieb des bayerischen Baseball- und Softballverbandes. Die
Jugend war heiß, konnten Sie doch nach den ersten Erfolgen in der Halle im vergangenen Winter endlich auch im Freien beweisen was
Sie drauf haben. Zu Beginn eher glücklos, wurde das Team von mal zu mal stärker und konnte im zweiten und dritten Teil der Saison
einige große Siege nach Rosenheim holen. Mit einem ersten Platz in der 2. Runde und dem zweiten Platz in der 3. Runde, bewiesen die
Jüngsten der 89ers dass man auch mit Ihnen rechnen muß. Wie bereits die Junioren im vergangenen Jahr, muss die Jugendmannschaft in
der kommenden Saison auf einige Spieler und Spielerinnen verzichten, die in diesem Jahr zu großen Teilen das Rückrat der Mannschaft
waren. Aber auch hier sollte es unter der Hand der beiden Trainer Katja Stöwe und Harry Wissmann möglich sein, mit einigen
Neuzugängen, die Wintersaison voll zu nutzen, um im kommenden Jahr erneut eine schlagkräftige Truppe aufs Feld zu stellen.
Die Junioren der 89ers hatten in diesem Jahr vor
allem mit den vielen Abgängen nach der Saison 98 zu leiden. Mit dem neuen Trainerstamm bestehend aus Gerhard Gilk und Steffie
Frick, sollten vor allem die Neulinge darunter 4 junge Damen in das Team integriert werden. Die Arbeit war zwar nicht leicht, aber
die ersten Ergebnisse zeigten, dass das Mixedteam bereits von Anfang an mithalten konnte. Besonders überraschend war das ganze,
weil die vier Damen eigentlich eine Doppelbelastung hatten. Sie spielten sowohl bei den Junioren als auch bei der Jugend. Mit zwei
ersten Tabellenplätzen in der zweiten und dritten Spielrunde zeigten die Juniors allen anderen Teams wo der Hase läuft. Mit Martin
Feindor wurde am Ende der Saison für viele überraschend, der bisher 3. Spieler der 89ers Junioren in den Bayernauswahlkader
berufen. Bleibt nur zu hoffen, er kommt mit den Coaches in der Bayernauswahl besser zurecht als die beiden anderen Kandidaten vor
einigen Jahren.
Neben einer Vielzahl von Spielen, waren die
Jugendlichen der Abteilung noch zusätzlich mit einigen anderen Sachen beschäftigt. Zweimal Training in der Woche und ein Spiel am
Wochenende war einigen anscheinend nicht viel genug. Unter Initiative der Jugend- und Juniorencoaches standen zusätzlich noch
einige andere Dinge auf dem Programm. So wurden zu Beispiel ein Grillabend am Happinger Au See, ein Besuch der Sommerrodelbahn, ein
Besuch des Alpamares in Bad Tölz und ein Kegelabend mit großer Begeisterung angenommen.
Nun aber zum traurigen Kapitel der 89ers Geschichte 1999. Dabei standen die Anzeichen zu Beginn der Saison doch ziemlich gut. War
es der Druck der den Damen das Genick brach, oder waren es wieder einmal die eigenen Nerven, die versagten? Begonnen hat die Saison
in diesem Jahr bereits sehr früh. Mit dem ersten deutschen Fastpitch Indoor Turnier. Austragungsort war die Luitpoldhale in
Rosenheim. Mit einem dritten Platz hinter den Regensburg Legionären und den Haar Disciples sollte man eigentlich positiv auf die
Saison blicken können. Dabei begann alles so gut, mit 5 Siegen fuhren die Damen um Coach Markus Ledtermann zum wohl härtesten
Gegner den Ansbach Red Sox. War dieses Spiel der Anfang vom Ende. Mit insgesamt drei verlorenen Spielen gegen den direkten
Konkurrenten
um den 1. Tabllenplatz, waren die Aussichten auf den Einzug in die Bundesliga bis auf ein Minimum geschrumpft. Dann die ersten
Gerüchte und Abwerbeversuche aus der Bundesliga von den Gauting Indians, eine B-Nationalmannschaft die zur A-Nationalmansnchaft
wird. All diese Punkte zusammengerechnet, machen dem Team bereits beim letzten Saisonspiel in Haar schwer zu schaffen. Jeder wusste
es zu diesem Zeitpunkt bereits, aber niemand nahm es in den Mund, die Abwerbeversuche hatten fruchtbaren Boden gefunden. Mit dem
Gedanken an das Ende des Teams fuhren die Damen nach Darmstadt um Ihren Einzug ins Halbfinale des DBV Pokals feiern zu können. Die
Motivation war groß, in Köln beim Final Four Wochenende vorne mitzuspielen. Aber leider nur diese. Mit einem insgesamt vierten
Platz der besten Pokalteams des Jahres 1999 schafften die Damen zwar den größten Erfolg in Ihrer Geschichte, besiegelten aber mit
den gezeigten spielerischen Leistungen endgültig den Abschied zweier Stammspieler des Teams. Für alle anderen, die sich inzwischen
endgültig entschieden haben in Rosenheim zu bleiben, darunter auch Coach Markus Ledtermann, der ebenfalls ein Angebot als Trainer
in Gauting erhalten hatte, beginnt jetzt ein Neuaufbau. Am Ende des Winters soll es in Rosenheim wieder eine schlagkräftige
Softballtruppe geben. Mit insgesamt 3 wechselnden Stammspielerinnen (Martina Dobler, Steffie Frick und Claudia Geidobler) und dem
Auslandssemester von Brunhilde Fischer gehen dem bereits in der vergangenen Saison sehr schwach besetzten Kader vier sehr wichtige
Spielerinnen verloren.
Die sportlichen Erfolge der 89ers im Bayernpokal
kamen in diesem Jahr wieder einmal von den Damen. Die Herren hatten allerdings auch einen schweren Gegner zugeteilt bekommen, die
Gröbenzell Blue Caps (Regionalligist). Sie hatten keine Chance gegen die um einiges stärkere Truppe. Wieder ein mal Aus in der
ersten Runde. Die Damen hatten dagegen etwas mehr Glück. Mit den Freising Grizzlies in der Vorrunde und den Munich Caribes im
Halbfinale war das Losglück auf Seite der 89ers. Dann das letzte Spiel in der alten Mannschaftsaufstellung, und wie sollte es
anders kommen, gegen die Gauting Indians, den Abwerber. Spannung von Anfang an im Spiel. Man verlor das Spiel zwar knapp und erst
im letzten Spielabschnitt, aber das gesamte Team zeigte zu was die Rosenheimer Softballerinnen eigentlich fähig gewesen wären. Mit
einem hervorragenden zweiten Platz im 1999 Bayernpokal beendeten die Damen die Saison.
Was passierte 1999 sonst noch bei den 89ers? Einiges
- der Tenniscup ging in die 3. Runde und war wieder einmal ein rießen Erfolg. Bis 3 Uhr Morgens schlugen sich zwanzig unermüdliche
die Tennisbälle auf insgesamt drei Courts um die Ohren. Dann das erste deutsche Fastpitch Indoor Turnier - Softball in der Halle?
Softball in der Luitpoldhalle mit glanzvoller Besetzung. Nur die Zuschauer blieben aus, Rosenheim scheint für den Baseballsport
anscheinend doch nichts über zu haben. Zumindest die Teams hatten viel Spaß und konnten bereits weit vor Saisonbeginn mit
Orginalmaßen testen wie weit sie sind. Und dann die Fortsetzung des letzjährigen Klassikers, das Gauditurnier. Rosernheimer und
Münchner Firmen und sonstige Sportbegeisterte auf vier Feldern im Kampf um den Sieg? Naja, so war es zumindest geplant, aber der
liebe Gott meinte es mit den 89ers in diesem Jahr nicht besonders gut. Überschwemmung in den Innflutmulden und pumpende Mitglieder
die bis zu den Knöcheln im Wasser standen, um zu retten was noch zu retten war. Funktioniert hat es dann allerdings doch noch und
wie im Jahr zuvor war die Resonanz der Teams wieder einhellig - WIR SIND NÄCHSTES JAHR WIEDER MIT DABEI. Die Arbeit an den Schulen
und mit den Jugendlichen stand auch in diesem Jahr wieder im Vordergrund. Mit dem Schnuppertraining in Verbindung mit dem
Sommerprogramm des Stadtjugendring Rosenheim und insgesamt vier PHR Programmen reiht sich die Jugendarbeit wieder voll vorne mit
ein. Krönung des Jahres war dann die Sportlehrerweiterbildung mit Lehrern aus dem gesamten Landkreis.