Der
Absturz und fast das Aus
Eigentlich waren die Ziele hochgesteckt. Aber
wie so oft kommt es meistens anders als man denkt. Das Jahr 1994 sollte den 89ers das wohl schwärzeste Jahr der bisherigen
Geschichte bescheren. Nach dem doch besonders erfolgreichen 1. Bayernliga-Jahr wollte man in diesem Jahr um den Platz in den
Aufstiegs-Playoffs mitwirken. Gestärkt durch das Angebot der Munich Brewers, in das Trainingslager nach Toulouse (Frankreich)
mitzufahren, konnte man mit der bis auf einen Mann kompletten Mannschaft eine Woche lang zusammen trainieren. Dass das Wetter eine
ganze Woche nicht mitspielte, war vielleicht schon der erste Bote des Unglücksjahres. Dass alle Teilnehmer der Rosenheim 89ers
seither eine bestimmte Hotelkette meiden, ist jedem klar, der sich schon mal zu dritt (mit verschwitzten Klamotten) in einem Zimmer
aufgehalten hat, das etwa 15qm groß ist. Nicht zu vergessen, die selbstreinigenden Duschen und Toiletten und das doch nicht
unbedingt geeignete "Sportler"-Frühstück. Aber im Großen und Ganzen war das Trainingslager eine in vielen Belangen neue Erfahrung
für die 89ers.
Begonnen hatte es schon im ersten Saisonspiel, als
sich einer der Stammspieler so schwer verletzte, dass er für die restliche Saison ausfiel. Der Anfang vom Ende war letztendlich
vielleicht dann, als der bis dahin erste Pitcher Stefan Fechtig ein Angebot von den Leonberg Lobstern (1. Bundesliga) nicht
ausschlagen konnte. Die Mannschaft konnte zwar zu diesem Zeitpunkt den Weggang einigermaßen verkraften, jedoch die Abwanderungs-
und Karriereendegedanken fünf weiterer Stammspieler der 1. Mannschaft brachen dem Verein und somit dem Weiterbestand der
Bayernligamannschaft und fast der gesamten Abteilung das Genick.
Mit dem 1. Ligajahr der Softballdamenmannschaft und
der 2. Herrenmannschaft, wurde in diesem Jahr aber trotzdem ein weiterer Grundstein für die Weiterentwicklung der Rosenheim 89ers
gesetzt. Mit einem 1. Platz in der eigenen Gruppe und teilweise überlegenen Ergebnissen waren die Damen am Ende der Saison dann
auch noch für die Playoffs zum Aufstieg in die Bayernliga qualifiziert. Da es den Damen dann aber an Pitcherinnen mangelte,
verzichtete man auf die Playoffs und gab dem USC München kampflos den Aufstieg. Erstmals in diesem Jahr konnte man eine 2.
Herrenmannschaft in den Spielbetrieb bringen. Dass sie sich nicht unbedingt mit Ruhm bekleckerten, lag sicherlich auch daran, dass
viele der Spieler noch keine Spielerfahrung hatten. Jedoch sollte dieses Team am Ende der Saison zusammen mit den vier übrigen
Spielern der Bayernligamannschaft, der Grundstein für die neu aufzubauende Bezirksligamannschaft sein. |